Dr. Friederike Brammer, Galerie Kontur, Eckernförde



Farbe sehen – Malerei von Ulrike Brockmann



Die Beschäftigung mit dem Eigenleben der Farbe ist für Ulrike Brockmann ein zentrales Thema. In ihrer Malerei erscheint den Betrachtenden die Farbe befreit von ihrer herkömmlichen Aufgabe: Der Bezeichnung der gegenständlichen Welt. Die Farbe wird selbst zum Inhalt. Zu sehen sind „tatsächliche“ Bilder mit einer konkreten, unmittelbar sichtbaren Aussage zum Eigenleben der Farbe in ihrer Organisation der Fläche.

Da beim Betrachten ihrer Arbeiten keine Abbildung der äußeren oder phantasierten Welt wieder erkennbar ist, sind ihre Kompositionen nicht sprachlich erfassbar. Die Aussage ihrer Bilder liegt ausschließlich im visuellen Bereich und ist nur durch „sehen“ erfahrbar.

In ihrem malerischen Werk lotet Ulrike Brockmann unterschiedliche Möglichkeiten der Farbe aus: als Fläche, als Raum, als Licht und als Bewegung. Die Arbeiten strahlen Konzentration und Ruhe aus. Nie wird Farbe auf eine symbolische Bedeutung reduziert, noch lassen sich dramatische Gesten oder andere Zeichen individueller Befindlichkeit erkennen.

Immer ist die Farbe für Ulrike Brockmann primäres Medium und Ausgang ihrer Malerei. Ihre Konzentration auf die ureigenste Qualität der Farbe, das Material der Malerei macht diese konsequent zum durchgängigen Thema.

Ulrike Brockmann fügt Farben zusammen und fügt sich gleichzeitig der Farbe. Dabei folgt sie einer inneren Notwendigkeit der rational nicht zugänglichen Intuition.